Was ist eigentlich Content Management?


CMS Content Management System-Konzept auf dem Tablet
„Reservieren Sie jetzt Ihren Tisch und genießen Sie unser Weihnachts- und Silvester-Menü“ – das ist in der Adventszeit ein wichtiger Hinweis auf der Webseite eines Restaurants. Wird die Speisekarte für die Feiertage zu Ostern immer noch angezeigt, mag sich mancher potenzielle Gast fragen, ob die Zutaten für das Essen ebenso frisch sind wie der Internet-Auftritt. Auch Suchmaschinen bestrafen Homepages, die lange Zeit nicht aktualisiert wurden, und stufen sie im Ranking herab. 

Nun hat der Küchenchef sicher anderes zu tun und ist auch nicht unbedingt qualifiziert, um sich mit der Internetpräsenz des Restaurants zu beschäftigen. Content-Management-Systeme erleichtern zwar das Einstellen, Austauschen und Löschen von Inhalten für Laien. Wer aber etwas auf sich hält – und es sich leisten kann – beschäftigt einen Content Manager.


Content Management kurz erklärt


Die Verwaltung eines klassischen Papierarchivs und digital bereitgestellter Texte unterscheiden sich vom Prinzip her nicht. Content wird erstellt, veröffentlicht, gegebenenfalls überarbeitet, aktualisiert, vielleicht auch übersetzt. Irgendwann hat er das Ende seines Lebenszyklus erreicht. Dann wird er archiviert, später oder gleich vernichtet. Ein Content-Management-System (CMS) unterstützt bei diesen Vorgängen. 

Will also der Restaurant-Manager die aktuelle Speisekarte mit Saisongerichten austauschen, muss er weder eine Seitenbeschreibungssprache wie HTML beherrschen noch für jede Kleinigkeit eine Webdesign-Agentur wie Webtique.de beauftragen. Ein gutes CMS erlaubt ihm, den neuen Inhalt mit ein paar Mausklicks hochzuladen. Dieser fügt sich dann in die bestehende Seite ein, ohne dass sich das grundlegende Erscheinungsbild verändert, zum Beispiel Bilder und Textblöcke unschön verrutschen. 

Je nach Webpräsenz kann es wichtig sein, eine Versionsverwaltung durchzuführen. Protokollierung und Archivierung sind für Onlineshops wichtig, um nachzuvollziehen, zu welchen Konditionen Lieferungen erfolgen müssen. Bei Speisekarten muss man dagegen nicht unbedingt per Zeitstempel nachweisen können, wann genau welche Änderungen vorgenommen wurden. Es ist aber sinnvoll, sie zu archivieren und zu Beginn der neuen Spargelsaison noch einmal nachzuschauen, welche Gerichte im Vorjahr angeboten wurden. Das Archiv leistet auch gute Dienste, wenn alte Stände aus irgendwelchen Gründen wiederhergestellt werden müssen.


Content Manager – ein junges Berufsbild


Der Content Manager ist mehr als ein menschliches CMS. Die Software entlastet ihn bei rein verwaltenden Routineaufgaben, sodass sein Kopf frei ist für kreatives Arbeiten. Er ist zwar auch Programmierer und hat idealerweise Kenntnisse in der Bearbeitung digitaler Fotos und Videos, aber mehr noch ist er Redakteur und zugleich Marketing-Experte. In dieser Eigenschaft plant er die Content-Strategie eines Unternehmens und beschafft die zur Umsetzung benötigten Inhalte. Texte muss er nicht zwingend selbst verfassen, aber mindestens genaue Vorgaben für die Beauftragung externer Autoren erstellen. 

Dabei geht es auch um die Suchmaschinenoptimierung (SEO = Search Engine Optimization) und die Präsenz auf Social-Media-Kanälen. Sind die Inhalte per CMS eingepflegt, folgt die Auswertung: Was wird wie oft angeklickt? Über welche Suchbegriffe gelangen Nutzer zu den Webseiten? Wie lange ist die Verweildauer, welches sind die häufigsten Einstiegs- und Ausstiegsseiten? Lässt sich die Usability, also die Benutzerfreundlichkeit der Seite, verbessern, etwa durch eine schlankere Menüstruktur oder treffendere Begriffe in den Linktexten? 
Das Internet ist ein schnelllebiges Medium. Anpassungsnotwendigkeiten, die sich aus dem Monitoring der Webseiten ergeben, können und müssen schnell umgesetzt werden. Gleiches gilt für den Content selbst. Die Haltbarkeitsdauer vieler Webseiten ist sehr kurz. Veraltete Webseiten sind ungenießbar wie saure Milch.