Tipps zum Finden von Fragestellungen


Tipps zum Finden von Fragestellungen
Die wissenschaftliche Arbeit erfordert die richtige Fragestellung. Das Thema zu finden und die zentrale Frage zu formulieren, ist keine einfache Aufgabe. Dennoch gehört sie nicht an den Anfang der Recherche. Perspektivisch muss die Frage geeignet sein, nach wissenschaftlicher Prüfung und ausreichender Argumentation, die Antwort auf die Forschungsfrage zu liefern. 

Wie die Forschungsfrage vorbereiten?

Zunächst ist es wichtig, das Thema näher einzugrenzen. Das lässt sich über eine Gliederung gut realisieren. Wichtig ist auch, den richtigen Zeitpunkt für die abschließende Fragestellung zu finden. Der ist erreicht, wenn der Studierende scheinfrei ist und nicht noch etwa weitere Prüfungen absolvieren muss. Schon während des Studiums kristallisiert sich aber heraus, welche Themen besonders spannend sind. Es empfiehlt sich, bei der Themenwahl sich auf diese Schwerpunkte zu konzentrieren und als Perspektive für die späteren Fragen zu notieren. Die endgültige Forschungsfrage ist aber nur dann geeignet, wenn sie relevant ist und auf präzise zu formulieren ist. Das festzustellen gelingt leichter, wenn der Studierende sich darauf konzentriert, ob sich eine W-Frage formulieren lässt, deren Beantwortung am Ende der Arbeit möglich ist. 


Welches Thema passt für den Studierenden?

Bevor die Frage formuliert wird, muss das Thema feststehen. Für die Eingrenzung sollten folgende Fragen beantwortet werden: 
  1. Welches Fachgebiet passt?
  2. Soll eine Spezialisierung im Anschluss folgen?
  3. Wie relevant ist das bevorzugte Thema?
  4. Steht ausreichend Recherchematerial zur Verfügung?
  5. Sind die Quellen belastbar?
  6. Ist die Literaturrecherche mit Hürden verbunden?
Die Frage nach der Relevanz wird leicht vernachlässigt. Dabei ist sie besonders wichtig. Es ist auch zu prüfen, für wen die Beantwortung der späteren Forschungsfrage besonders interessant sein könnte. Das kann bei der späteren Berufsausübung große Bedeutung haben. Unternehmen, für die die Beantwortung wichtig ist, sind für gewöhnlich besonders an Absolventen interessiert, die ihren Schwerpunkten auf den Grund gehen und auf Lösungen hinarbeiten. Die Forschungsfrage sollte daher möglichst auch die berufliche Zukunft mit einbeziehen. 


Weiterer Vorteil bei für Unternehmen bedeutsamer Forschungsfrage

Ist die Masterarbeit im Interesse eines Unternehmens, ist es durchaus möglich, dass diese Firma die Kosten übernimmt. Es kann aber auch grundsätzlich notwendig sein, die Forschungsfrage mit Unterstützung des Unternehmens zu stellen, wenn sich daraus ein Vorteil ergibt. Damit untermauert der Verfasser seine Kompetenz. 
Die Daten können vertraulich sein. Das Unternehmen hat daher ein Anrecht darauf, dass die Forschungsarbeit nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt wird. Sie erhält einen Sperrvermerk. Das muss der Studierende bei der Überlegung zur Forschungsfrage berücksichtigen. Plant er weitere Veröffentlichungen zum Thema oder möchte er auf die Beantwortung der Frage aufbauen, womöglich in einem anderen Auftrag, stellt sich die Frage, ob er die Erkenntnisse der Masterarbeit überhaupt verwenden kann. Bei sehr populären Themen oder solchen, die von großem öffentlichen Interesse sind, kann das zu einem schwierigen Entscheidungsfaktor werden. 


Persönliche Identifikation mit der Fragestellung ist wichtig

Auch ein bedeutsames Thema bringt den Studierenden nicht weiter, wenn er sich mit dem Thema und daher auch mit den zu stellenden Fragen nicht identifizieren kann. Deshalb sind persönliche Interessen wichtig und zu berücksichtigen. Zwar gelingt es nicht jedem Studierenden, sein Traumthema bearbeiten zu können, dafür aber Fragen, die dem Hauptinteressengebiet nahestehen können. Eine Masterarbeit sorgfältig zu bearbeiten ist anspruchsvoll. Beobachtungen zeigen, dass die Motivation leidet, wenn sich der Absolvent mit dem Thema nicht identifizieren kann. Das kann den Erfolg der Arbeit deutlich gefährden.

Folgende Tipps helfen, die richtigen Fragen zu finden

  • Im Studium von Anfang an interessante Themen nachverfolgen
Im Laufe des Studiums begegnen allen Studierenden Themen, die sie besonders interessieren. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um Politikwissenschaft, Pädagogik oder ein anderes Fach handelt. Es lohnt sich, bei solchen Schwerpunkten etwas mehr zu erarbeiten und zu prüfen, ob sich dieses Thema vielleicht später für eine Abschlussarbeit eignet. Studierende, die das von Anfang an im Blick behalten, gehen wachsam durch ihr Studium und stellen auch die nötigen gedanklichen Querverbindungen her. Es ist völlig in Ordnung, wenn im Laufe des Studiums weitere Themen hinzukommen und das erste wieder verworfen wird. 
  • Wachsam recherchieren
Die richtige Forschungsfrage zu formulieren, ist auch detektivisches Arbeiten. Dazu gehört, sich bei interessanten Schwerpunkten in der Bibliothek umzuschauen und zu prüfen, welche relevante Literatur bereits existiert und ob die zentrale Frage tatsächlich noch nicht beantwortet ist. Sollte das doch der Fall sein, ist es nicht ungewöhnlich, dass sich darauf aufbauend weitere Fragen ergeben oder auch Teilaspekte noch nicht geprüft sind. Auch hier können sich interessante Forschungsfragen ergeben. 
  • Hilfe holen bei Ratlosigkeit
Bei Themen, die sehr gut erforscht sind oder bei Schwerpunkten, zu denen möglicherweise nicht ausreichend Literatur zur Verfügung steht, kommen Absolventen auf der Suche nach der Forschungsfrage mitunter an ihre Grenzen. Das kann auch passieren, wenn die Angst vor der ungeeigneten Frage zu groß für eine abschließende Entscheidung ist. Hier empfiehlt es sich, den Betreuer anzusprechen. Der Betreuer selbst erwartet, dass der Studierende sich Gedanken zur Themenwahl und der Forschungsfrage macht. Er ist aber auch Ansprechpartner, wenn es dabei zu Problemen kommt. Der Betreuer wird dem Studierenden im Normalfall helfen, die Frage etwas passender zu formulieren. 
  • Vorsicht beim Formulieren
Die Forschungsfrage muss sauber formuliert sein. Bei sehr komplexen Themen oder wenn der Studierende sich scheut, sich bei der Fragestellung festzulegen, kann das zu ungeeigneten Forschungsfragen führen. Besser ist es dann, die Frage zu unterteilen und zu prüfen, ob Teilaspekte wegfallen sollten. Auch hier ist der Betreuer der richtige Ansprechpartner, wenn es zu Verunsicherungen kommt.