Burnout und Depression im Studium vermeiden


Burnout und Depression im Studium vermeiden
Jeder Student kennt das Problem und die Vorurteile der Gesellschaft: „Warum bist du so erschöpft? Du studierst doch nur?!“ Dieses Klischee stammt noch von der eher lockeren Studentenzeit von älteren Geschwistern oder Bekannten. Doch mittlerweile ist genau das Gegenteil der Fall. Die Ansprüche an ein Studium haben sich stark geändert. In der heutigen Welt ist der Leistungsdruck im Berufsleben mit Kollegen und im Studium enorm gestiegen. Die Regelstudienzeit ist mittlerweile kürzer und die Stundenpläne sowie Seminare zudem sehr straff. Da bleibt nur wenig Zeit für Freizeit und Erholung. Somit ist es auch nicht verwunderlich, dass viele junge Menschen unter dem ständigen Leistungsdruck und dem Verlust der Kontrolle zusammenbrechen. Natürlich ist nicht jeder Erschöpfungszustand gleich ein Bestandteil eines Burnouts. Nichtsdestotrotz sollten die Erkrankung und die ersten Warnsignale vom Körper ernst genommen werden. Ein Burnout beginnt meist sehr schleichend. Am Anfang entsteht oftmals ein einfaches Erschöpfungsgefühl und ein nachlassendes Interesse am sozialen Umfeld. Nach dieser Vorstufe können eine allgemein schlechte Befindlichkeit, Herzklopfen, erhöhter Blutdruck, Stimmungsschwankungen, emotionale Unruhe, negative Gedanken oder das Vernachlässigen der eigenen Bedürfnisse auftreten. Je mehr sich ein Betroffener zurückzieht und versucht mit der ständigen Müdigkeit fertig zu werden, desto schlimmer werden die Symptome und es kann eine Depression auftreten.


Ursachen für ein Burnout

Oftmals wird ein Burnout nur mit Managern und dem Stress von hohen Führungspositionen gleichgesetzt. Dies stimmt allerdings nicht. Denn mittlerweile bringt der Leistungsdruck auch viele junge Menschen und Studenten an ihre Grenzen. Schließlich verlangt ein Studium in der heutigen Zeit ein hohes Maß an Eigenverantwortung, Disziplin und Aufmerksamkeit. Ein Burnout entsteht nicht von heute auf morgen, sondern durch den permanenten und langfristigen Druck von viel zu hohen Erwartungen.Diese Erwartungshaltung kann zu einen von einem selbst und zum anderen vom Umfeld stammen. Ob nun ein zu starker Ehrgeiz oder ein nicht enden wollender Perfektionismus. - Egal aus welchem Grund der Antrieb für die zu starke Selbstbelastung auch stammt. Dieses Verhalten ist auf Dauer mehr als nur schädlich. Im schlimmsten Falle können die Erschöpfungs- und Angstzustände, das Burnout sowie die Depression auch chronisch werden. Viele Betroffene versuchen aus diesem Grund ihre Hoffnungslosigkeit und Antriebslosigkeit im Alkohol zu ertränken. Und dies ist genau der falsche Weg. Wer schon frühzeitig auf die ersten Warnsignale seines Körpers hört, der kann sich gezielt Hilfe und Ansprechpartner holen. 


Erste Warnsignale frühzeitig erkennen

Natürlich sind Erschöpfungszustände nicht immer ein Zeichen für ein Burnout. Dennoch zeigt der Körper auf diese Weise stark an, dass er Ruhe, Erholung und Schlaf benötigt. Dieser Bitte sollte man, auch wenn man kein Burnout hat, in jedem Fall nachkommen. Menschen die an einem Burnout leiden, merken nach einer Weile, dass sie nicht mehr so leistungsfähig und voller Freude sind, wie noch zum Anfang eines Studiums oder einer neuen Tätigkeit. Gerade Studenten können aufgrund des Gefühls der Überforderung nur noch schwer Hausarbeiten schreiben oder sich auf eine Klausur vorbereiten. Auch ein Treffen mit Freunden oder der Familie wird als anstrengend und überfordernd wahrgenommen. Dies können schon erste Warnsignale für ein Burnout oder eine psychische Störung sein. Wer eine ausgiebige Einschätzung und Gefährdung haben möchte, der kann einen Test bei der Krankenkasse DAK machen und hier auch erste Ansprechpartner finden.  


Was hilft bei einem Burnout?

Nicht immer führen die ersten Erschöpfungssymptome Studenten zu einem Psychologen. Oft hilft es auch schon, einen Gang runter zu fahren, sich Ruhe und Erholung zu gönnen und nur die Dinge zu machen, die einem gut tun. Oft kann ein Besuch bei der psychologischen Beratung der Hochschule oder Uni helfen, um weitere Schritte zu planen und sich Unterstützung zu holen. Auch Urlaubssemester können auf diesem Wege erfragt werden. Nichtsdestotrotz sollte ein Psychologen an die Seite geholt werden, wenn die Symptome und die Allgemeinsituation nicht besser werden. Nur eine Psychotherapie kann dann wirklich helfen, einen besseren Umgang mit den Symptomen und der Krankheit zu erhalten.

Geeignete Präventionsmaßnahmen nutzen

Nicht nur wenn ein Burnout bereits bestehen sollte, gibt es viele Methoden für die Bewältigung. Auch für die Prävention gibt es einige Kriterien und Tipps, um mit den Verlauf der Krankheit aufzuhalten

  1. Überprüfung des Stundenplans: Sind hier ausreichend Zeiten für eine Nacharbeitung von Seminaren und Vorlesungen und auch für Pausen enthalten?  Pausen und Ruhephasen: Der Feierabend sollte nicht nur für ein permanentes Lernen und Vorbereiten genutzt werden sondern auch für entspannende Besuche am Meer, oder für Entspannungstechniken, wie zum Beispiel progressive Muskelentspannung.

  2. Kurswahl: Wer sich die Kurse und Bereiche selbst aussuchen kann, der sollte sich Themen raussuchen, die einem interessieren. Es müssen nicht immer internationale Kurse und Themengebiete sein, die die Karriere später ins Rollen bringen können. Wichtig ist, sich auch mehr Spaß und Motivation beim Lernen zu verschaffen.

  3. Frühzeitig einschreiten: Wenn eine Deadline für eine Seminararbeit nicht eingehalten werden kann, sollte man schon rechtzeitig mit dem zuständigen Professor reden und um eine Frist-Erweiterung bitten. Nur wer sich traut, Dinge anzusprechen, der kann etwas erreichen. 

  4. Gespräche führen: Besonders ein regelmäßiger Austausch mit Freunden und der Familie kann dabei helfen, das innere Gleichgewicht der Seele herzustellen. Wer über seine Probleme, Konflikte, Irritationen, Frustrationen oder Betrachtungsweisen redet, der fühlt sich befreit und kann mit neuer Energie voran schreiten. Falls man sich aber nicht traut mit seinen Liebsten über die eigenen Probleme zu reden, dann kann auch ein telefonisches Gespräch mit der Telefonseelsorge helfen. 

  5. Zeit für Hobbys: Nicht nur Pausen, Arbeit und Lernen sind wichtig sondern auch Zeiten für Hobbys und Dinge, die einem Spaß machen. Wer also gern malt, liest oder angelt, der sollte diese Aktivitäten genauso einplanen wie Entspannungs- oder Lernzeiten. 

  6. Ernährung: Auch eine gesunde Ernährung und die Führung eines ordentlichen Haushalts sind wichtig, um sich glücklich und ausgewogen zu fühlen. Denn in einer schlechten und unaufgeräumten Umgebung lernt es sich schließlich nicht gut. Wer zudem auch auf eine ausgewogene Ernährung und seinen Bedarf an Vitaminen achtet, der erhält mehr Energie und eine bessere Leistungsfähigkeit für bevorstehende Aufgaben. 

  7. Belohnungen gönnen: Auch Belohnungen sind sehr wichtig. Das menschliche Gehirn funktioniert am besten mit Lob und Bestätigung. Wer sich also regelmäßig mit etwas belohnt das ihm gefällt, der wird sich auch langfristig auf eine Sache konzentrieren können.