Vor- und Nachteile der apparativen Beobachtung


Vor- und Nachteile der apparativen Beobachtung
Die apparative Beobachtung beschreibt einen Teilbereich der Primärforschung. Die Besonderheit ist, dass die beobachteten Personen davon nichts wissen. Damit will der Wissenschaftler garantieren, dass ihr Verhalten beeinflusst werden soll. Die apparative Beobachtung wird auch als verdeckte Beobachtung mit technischen Gerätschaften bezeichnet. Ihr gegenüber steht die offene Beobachtung. 

Apparative Beobachtung ist Teil der Forschung

Die apparative Beobachtung ist eine von vier Forschungsmethoden. Insgesamt sind das:
  • Beobachtung
  • Experiment
  • Befragung
  • Panelforschung
Die apparative Beobachtung wird von der offenen Beobachtung abgegrenzt. Sie soll aber immer authentisch sein. 

Professionelle Hilfe

Offene und verdeckte Beobachtung

Der Hauptunterschied besteht darin, ob der Wissenschaftler und seine Mitarbeiter die beobachtenden Personen über ihre Tätigkeit aufklären oder nicht. Die Beobachtung kann im öffentlichen Raum, im Labor oder auch in einer absichtlich geschaffenen Umgebung durchgeführt werden. Natürlich stellt sich dabei auch die Frage, ob die apparative Beobachtung überhaupt zulässig ist. Die Abgrenzung sieht der Gesetzgeber vor allem in der Umgebung. Aber auch ethische Grundsätze sind zu beachten. Natürlich darf dem Probanden kein Schaden entstehen.


Die Vorteile einer apparativen Beobachtung

Ziel einer apparativen Beobachtung ist, die Testpersonen mit technischen Hilfsmitteln zu beobachten. Die Vorgehensweise ist üblich und unverzichtbare Basis der empirischen Forschung. Wissenschaftler sind sich sicher, dass nur so ein Fortschritt dank neuer Erkenntnisse in vielen Bereichen überhaupt erst möglich wird. Die Beobachtungen können in der gewohnten Umgebung stattfinden, aber auch unter künstlichen Bedingungen. Die Daten sind zumeist hochwertig und fließen nicht selten in Doktorarbeiten oder aufwendige Studien ein. Experten benennen die Vorteile der apparativen Beobachtung wie folgt:

  1. Realitätsnah
  2. Aktuell
  3. Exklusiv
  4. Entscheidungsrelevant
  5. Individuell
  6. Vollständig
Trotz des hohen Aufwands ist die apparative Beobachtung eine wertvolle Unterstützung bei wissenschaftlichen Erhebungen. Es gibt aber auch Nachteile.


Nachteile der apparativen Erhebung

Folgende Nachteile können die Planung einer apparativen Beobachtung erschweren: 
  • Zeitaufwendig
  • Kostenintensiv
  • Organisatorisch aufwendig
Nach gründlicher Prüfung ist dann festzustellen, ob die apparative Beobachtung die möglichen Erkenntnisse rechtfertigt. Auch ist zu prüfen, ob mit den erhofften Antworten zu rechnen ist.


In welchen Fachbereichen eignet sich die apparative Datenerhebung?

Die apparative Datenerhebung kommt in vielen Bereichen zum Einsatz. Bekannt ist sie vor allem aus der Marktforschung. Das Verhalten von Kunden ist für Unternehmen von derart großem Interesse, dass von einer hohen Bereitschaft ausgegangen werden kann, derartige Untersuchungen zu finanzieren. Dazu gehört auch, herauszufinden, in welche Richtung der Kunde beim Betreten des Ladens blickt oder durch was seine Aufmerksamkeit erregt wird. 
Weitere Studiengänge sind:
  • Soziologie
  • Medizin
  • Kultur- und Sozialanthropologie
  • Ethnologie
Möglich sind solche Beobachtungen aber auch im medialen Bereich, um auf bestimmte gesellschaftliche Probleme, wie Rassismus und mangelnde Hilfsbereitschaft aufmerksam zu machen.


Welche Instrumente werden genutzt?

Insgesamt kommen verschiedene Apparaturen und Geräte zum Einsatz. Besonders bewährt haben sich Kameras. Entscheidend ist das Umfeld der Beobachtung und die weiteren Rahmenbedingungen, die dafür sorgen, dass Details verpasst werden.


Vorbereitung der apparativen Beobachtung

Die Vorbereitung der apparativen Beobachtung ist umfangreich. 
Entscheidend sind:

  1. Messegenstände (was genau wird gemessen?)
  2. Messtechnik (Verfahren)
  3. Messverlauf
  4. Datenauswertung
Dazu gehört auch abzuwägen, welche Nachteile die Vorgehensweise hat und welche Problemstellungen daraus entstehen könnten. Auch die Berücksichtigung weiterer, ergänzender Untersuchungsverfahren kann bei der Vorbereitung eine Rolle spielen. Die Verfahren sind abhängig vom Forschungsschwerpunkt.


Risiko bei der Datenauswertung

Ein entscheidender Faktor bei der Datenauswertung ist das Risiko einer falschen Interpretation. Zunächst werden deshalb die Rohdaten mit Computerhilfe auf Fehler durchsucht. Werden Fehler gefunden, müssen sie korrigiert werden. Eine mögliche Fehlerquelle ist, dass die Testpersonen nicht mit der erforderlichen „Ahnungslosigkeit“ in der entsprechenden Situation beobachtet wurden, sondern schon vorher besonders wachsam oder in einer anderen störenden emotionalen Ausnahmesituation waren. Die Beobachtungen liefern bei gründlicher Vorbereitung darüber ausreichend Hinweise. Das können:
  • Blutdruck und Puls
  • Schwitzen
  • Hirnaktivität
  • Weitere
sein. Aber auch weitere Beobachtungen liefern hier wichtige Hinweise. 


Fragebogen als Hilfsmittel bei der apparativen Beobachtung

Fragebogen helfen, Eindrücke zu vervollständigen. Auch hier wird der Zeitaufwand deutlich, denn die gestellten Fragen müssen von den Teilnehmern gut zu beantworten und folglich die Antworten mit möglichst geringem Risiko für Fehlinterpretationen auswertbar sein. Bewährt haben sich geschlossene Fragen, die mit Bewertungen von 1-10 beantwortet werden können. Das erleichtert den Teilnehmern das Antworten, das sie so leichter gewichten können. 


Teilnehmende und nicht teilnehmende Beobachtung

Bei der apparativen Beobachtung sind teilnehmende von nicht-teilnehmenden Beobachtungen zu unterscheiden.Beide Verfahren sind Teil der Feldforschung. Der Wissenschaftler konzentriert sich dabei auf die Merkmale, die dazu beitragen können, die Forschungsfrage zu beantworten. Ziel beider Verfahren ist die sogenannte Bedarfserhebung. Als Vorteile gelten folgende Ergebnisse:

  1. Komplexe Sachverhalte werde geklärt
  2. Beobachtung ist explorativ
  3. Neue Forschungsfrage wird beantwortet
  4. Besondere Ereignisse werden analysiert

Der Wissenschaftler ist in das Verfahren eingebunden und beobachtet die Szene nicht von außen. Hier ist zwischen der aktiven und der passiven Teilnahme zu unterscheiden. Bei der passiven Teilnahme ist der Wissenschaftler lediglich Beobachter. 

Bei der aktiven Beobachtung muss der Wissenschaftler also zwingend anwesend sein. Er kann zum Beispiel mit den Teilnehmern kommunizieren. Der Wissenschaftler nimmt nicht an der Beobachtung teil. Er muss auch nicht zwingend anwesend sein, sondern kann die Aufzeichnungen später auswerten. Das erleichtert die Durchführung einer solchen apparativen Beobachtung.

Zusammenfassung 

Es kann nicht sicher von Intersubjektivität ausgegangen werden. Auch ob die Ergebnisse repräsentativ sind, ist nicht immer eindeutig. Zudem ist der Zeitaufwand besonders hoch, was vor allem an den umfangreichen Vorbereitungen liegt.