Dissertation schreiben – das musst du wissen!

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Dissertation schreiben – das musst du wissen!

Eine Dissertation zu schreiben, ist ein enormer Kraftakt. Viele Absolventen, die vor dieser Entscheidung stehen, haben bereits eine Stelle angenommen und wollen und müssen endlich im Berufsleben durchstarten. Nur wenige haben daher die Möglichkeit, sich allein auf ihre Doktorarbeit zu konzentrieren. Das bedeutet, dass die hohen Ansprüche der Dissertation mit dem Berufsleben, möglicherweise auch mit einem jungen Familienleben unter einen Hut gebracht werden müssen. Die Entscheidung für die Dissertation will daher sehr gründlich überlegt sein. 

Diese Voraussetzungen erleichtern die Dissertation

  • Freude an der Forschung
  • Finanzielle Sicherheit ist gegeben
  • Unterstützung und Verständnis aus dem persönlichen Umfeld
  • Zeitliche Ressourcen 
  • Durchhaltevermögen und Fähigkeit zur Selbstmotivierung

Der Gedanke, dass ein Abbrechen jederzeit möglich ist, sollte keine Rolle spielen. Eine Dissertation ist harte Arbeit. Sie mit erheblichen Zweifeln zu beginnen, ist kein guter Start. Die Erstellung der Dissertation durch eine Agentur ist natürlich nicht erlaubt. 

Die Entscheidung ist für die Dissertation gefallen – So geht es weiter

Ist die Entscheidung gefallen, müssen Thema und Betreuer gefunden werden. Hier müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Ganz besonders das Thema muss zusagen, damit die jahrelange Arbeit nicht zur Qual wird. Sicherheit bieten auch Gespräche mit anderen Doktoranden. Dazu gehört auch die Frage nach der Zahl der Abbrecher der möglichen Betreuer und die Klärung, wie hoch die Erfolgsquote ist. Krisen während der Dissertation sind nicht ungewöhnlich. Deshalb ist es wichtig, von Anfang an mögliche Frustrationsquellen zu entlarven und Strategien zu entwickeln, solche Phasen zu bewältigen. 
Mit der Themenwahl sollten sich folgende Fragen leicht beantworten lassen: 

  • Wo finde ich belastbare Daten?
  • Wann ist der Abgabetermin?
  • Welche Ansprechpartner sind für mich erreichbar?


Etwas Mut ist für die Dissertation erforderlich. Wer das Ziel im Fokus behält, hat aber gute Chancen, es auch zu erreichen. Schließlich liegen die Qualifikationen vor und sind damit eine klare Aussage zur Befähigung. 

Finanzielle Sicherheit nicht vernachlässigen

  • Manche Doktoranden splitten ihren Alltag. Die eine Hälfte verbringen sie mit ihrer Doktorarbeit, die zweite Hälfte mit dem Beruf. Das ist aber nicht jedem möglich, denn so ein Vorgehen setzt einen sehr flexiblen Arbeitgeber voraus. Alternativen sind: 
  • Stelle als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität
  • Stipendium
  • Promotion mit finanzieller Unterstützung eines Unternehmens

Es lohnt sich, alle Möglichkeiten zu prüfen. Bestenfalls haben die Doktoranden die Möglichkeit, sich unter mehreren Alternativen zu entscheiden.

Die Planung – es wird ernst

Das Thema steht, der Betreuer ist gefunden. Nun geht es an die strukturierte Herangehensweise, die sich möglichst durch die gesamte Zeit zieht, bis die Dissertation fertig ist. Dabei ist Rücksicht auf die persönliche Struktur und Arbeitsweise wichtig.
Es gibt Experten, die streng dazu raten, den Schreibtisch am Abend aufzuräumen und auch während des Schreibens möglichst übersichtlich zu halten. Das soll die Gedanken beim Thema halten und Ablenkung verhindern. Vor solchen pauschalen Empfehlungen sollten sich Doktoranden jedoch hüten. Es gibt genug Menschen, die Chaos auf ihrem Schreibtisch und der Umgebung komplett ausblenden können. Das was andere als Durcheinander wahrnehmen, kann für sie sogar eine gewisse Ordnung darstellen. Wer also auf seinem Schreibtisch schnell findet, was er sucht, hat keine Unordnung sondern eine eigene Art der Ordnung. Ein leerer Schreibtisch kann dann sogar den Gedankenfluss stören, vor allem wenn die Person weiß, dass sie gleich verstaute Tabellen oder Bücher hervorkramen muss. Papiere und andere Materialien auf dem Tisch können für sie sogar wertvolle Gedankenstützen sein. Störend sind nur die Faktoren, die den Arbeits- und Gedankenfluss unterbrechen. Die müssen allerdings wirklich ausgeschaltet oder wenigstens in gesunde Bahnen gelenkt werden. 

Umgang mit Ablenkung

Die Ablenkung kann von außen kommen oder ist selbst geschaffen. Bei Ablenkung von außen helfen nur klärende Worte und die Bitte um Verständnis und Unterstützung. Selbstgemachte Ablenkung muss kanalisiert werden. Besonders verlockende Ablenkungen sind:  

  • Computerspiele
  • Social Media
  • Musik

Wem es schwerfällt, solchen Faktoren auszuweichen, sollte sich die Uhr stellen. Eine Stunde wird konzentriert gearbeitet, dann sind 10 Minuten Pause erlaubt. Musik muss aber nicht störend sein. Wer Umgebungsgeräusche nicht ausschalten kann und mit Musik arbeiten kann, sollte es mit einem Kopfhörer und leiser Musik versuchen. 

Tages- und Wochenplan erstellen

Ein Plan hilft, Etappenziele zu setzen und zu erreichen. Etwas Flexibilität sollte aber bleiben. Wie bei allen anspruchsvollen Prozessen gibt es Phasen, in denen klappt das Arbeiten ausgesprochen gut und Phasen, in kaum ein vernünftiger Satz herauskommt. Dann ist es besser, eine Pause einzulegen und an den Tagen, an denen es gut läuft, die Zeit wieder aufzuholen. Schreibblockaden zu überwinden, ist Teil eines wichtigen Lernprozesses. 

Strategien ändern und besser vorankommen

Eine Dissertation stellt jeden vor besondere Herausforderungen. Das kann dazu führen, dass bewährte Schreib- und Leseprozesse plötzlich nicht mehr funktionieren. Das ist nicht schlimm. Statt aber krampfhaft an den liebgewonnen Gewohnheiten festzuhalten, ist es besser, sich mit neuen Strategien vertraut zu machen. Dazu ist es hilfreich zu wissen, was für ein Lerntyp man ist. Wer alles einmal geschrieben haben muss,  um es zu verstehen, sollte mit Notizen arbeiten. Doktoranden, die mit Mindmaps Ideen visualisieren müssen, profitieren von Whiteboards, auf denen sie ihre Gedankengänge skizzieren können. Es kann auch helfen, mit anderen über die Ideen zu sprechen. Wer keinen Ansprechpartner hat, kann die eigenen Gedankengänge aufzeichnen und anschließend abhören. Das hilft bei der Reflexion. 

Auszeiten ja oder nein?

Ohne Struktur keine Dissertation. Vor allem Doktoranden, die nebenbei arbeiten, können hier an ihre Grenzen kommen, ganz besonders, wenn sie einer anspruchsvollen Teilzeittätigkeit nachgehen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich jeden Tag mit der Dissertation zu befassen. Auch wenn nach einem anstrengenden Arbeitstag mit keinen großen Fortschritten zu rechnen ist. Das Nachlesen der letzten Zeilen oder das Zurechtlegen und Sortieren der letzten Unterlagen und Notizen hilft dem Gedächtnis und verhindert, dass der „Faden verlorengeht“. Wer mehrere Tage unterbricht, muss damit rechnen, dass er sich erst wieder mühsam einarbeiten muss. 

Plagiate verhindern!

Ein Plagiat ist Raub fremden geistigen Eigentums. Das muss keine Absicht sein. Wer einer faszinierenden Veröffentlichung mit brillanten Gedanken folgt, läuft auch Gefahr, einen Teil davon im späteren Verlauf in die eigenen Erkenntnisse einfließen zu lassen, ohne einen sauberen Schnitt zu den Quellen zu ziehen. Das kann die Promotion kosten. Da Dissertationen generell sehr umfangreich sind, müssen sich Doktoranden sehr darauf konzentrieren, genau diesen Fehler zu vermeiden. Eine Plagiatsprüfung ist daher unerlässlich. Dabei helfen oft auch Studienkollegen beim gegenseitigen Überprüfen von Textstellen und Fußnoten.

Es ist geschafft – Zeit für das Lektorat

Ob ein Lektorat erlaubt ist oder nicht, hängt vom Umfang der Tätigkeit ab. Es ist erlaubt, eine Dissertation Korrekturlesen zu lassen. Der wissenschaftliche Gehalt darf dabei aber nicht berührt werden. Erlaubt sind auch Korrekturen bei der Formatierung und bei Tippfehlern. Auch das Überprüfen der einheitlichen Schreibweise von Begriffen ist zulässig. Problematisch hingegen ist eine Überarbeitung des Schreibstils. Auch die Gliederung, das Quellenverzeichnis und Argumentationen dürfen nicht verändert werden. Für ein erlaubtes Lektorat kommen professionelle Anbieter oder auch vertraute und fachkundige Personen infrage. Es ist zu empfehlen, Doktorvater oder Doktormutter vor dem Lektorat nach den Grenzen des Erlaubten zu fragen und sich strikt daran zu halten. Das gilt besonders bei anspruchsvollen fremdsprachlichen Dissertationen.

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