Promotion der krönende Abschluss


Promotion der krönende Abschluss

Für einige ist die Promotion der Auftakt für eine glanzvolle akademische Karriere, für manche wird sie zur Qual und nicht wenige scheitern. Bevor du dich also entschloßen hast, ein erhebliches Stück Lebenszeit in dieses Projekt zu investieren, sind gründliche Vorüberlegungen nötig. Dieser Text will dir einige Einstiegsfragen und grundsätzliche Informationen liefern.

Promotion - Ja oder Nein?

Wenn du eine wissenschaftliche Karriere anstrebst, ist die Antwort klar. Für eine derartige berufliche Laufbahn - sei es an der Universität oder einer privaten Forschungseinrichtung – ist eine Promotion mindestens vorteilhaft, in manchen Fällen sogar Pflicht. Sollten hier also deine beruflichen Wünsche liegen, plane die Promotion ein.

Ebenfalls relativ eindeutig ist die Lage in den Fächern Jura oder Medizin, hier ist eine Promotion nicht verpflichtend, kann aber berufliche Vorteile bringen. Nicht ganz umsonst verfügt in diesen Feldern ein relativ hoher Prozentsatz der Berufstätigen über einen Doktortitel. Erkundige dich, ob es dein angestrebtes Tätigkeitsfeld zutrifft. Sollte es so sein, denke über eine Dissertation zumindest mal nach.

Für andere berufliche Laufbahnen ist eine Promotion nur in Einzelfällen besonders förderlich. Der überwiegende Teil der Vorstände der DAX-Unternehmen ist nicht promoviert und auch in anderen Spitzenpositionen stellen Personen mit Doktortitel nur eine Minderheit dar. In so einer Situation kann es sinnvoll sein, andere Maßnahmen zur beruflichen Weiterentwicklung ins Auge zu fassen (z.B. ein längerer Auslandsaufenthalt), anstatt viel Zeit und Aufwand in die Erlangung des Doktorgrads zu stecken.

Was du unbedingt vermeiden solltest, ist die Promotion als Überbrückung von Zeiten beruflicher Orientierungslosigkeit oder drohender Arbeitslosigkeit zu betrachten. Dafür ist sie weder geeignet noch gedacht. Denke daran, dass eine Dissertation ein mehrjähriges anspruchsvolles Unterfangen ist.

Interesse an der Promotion

Was du für eine Promotion unbedingt mitbringen musst, ist ein ausgeprägtes wissenschaftliches Interesse und Forschergeist. Die Tatsache, dass sie sich für dein Studium interessieren und sich gerne mit den fachlichen Inhalten beschäftigen, ist hier nicht ausreichend. Du musst Willens und in der Lage sein, tatsächlich einen Beitrag zur Forschung zu leisten. Dazu gehört auch immer mal wieder in Sackgassen zu landen. Auch sollte dir klar sein, dass du dich auf wissenschaftlichem Neuland bewegen, es gibt also unter Umständen niemanden, an dessen Leistungen du dich orientieren kannst.

Persönliche Voraussetzungen für die Promotion

Eine Promotion setzt ein erhebliches Maß an Disziplin und Durchhaltevermögen voraus. Außerdem solltest du in der Lage sein deine Arbeitsabläufe effizient zu organisieren. Eine gewisse Hartnäckigkeit im Umgang mit auftretenden Problemen ist ebenfalls gefragt.

Dauer und Ablauf

Hier lassen sich allgemeine Angaben kaum machen, da dies sehr stark nach Thema variiert. Klar ist aber natürlich, dass eine Promotion eher ein mehrjähriges Projekt ist.

Der formale Ablauf ist je nach Fakultät und Universität unterschiedlich geregelt, deswegen kann hier nur ein grober Überblick gegeben werden. (Genaueres kannst du der jeweiligen Promotionsordnung entnehmen.)

  1.  Zunächst ist ein geeignetes Thema zu wählen. Anhand dieses Themas solltest du einen Betreuer fürs Thema (deinen Doktorvater/Doktormutter) suchen. Diese beiden Schritte sind nicht klar voneinander abzugrenzen, sondern verlaufen häufig verschränkt.
  2. Als zweites wird die Zulassung zur Promotion beantragt. Im Rahmen der Prüfung dieses Antrags werden nicht nur die formalen Zulassungsvorausetzungen geprüft, sondern auch deine grundsätzliche Eignung betrachtet.
  3. Das ist die eigentliche Arbeit, in diesem Teil erbringst du deine Forschungsleistung, bewertest und ordnest die Ergebnisse. Kurz: Du erstellst deine Dissertation.
  4. Ist dieser „große Brocken“ geschafft, muss die Eröffnung des Promotionsverfahrens beantragt werden. Im Rahmen dieses Verfahrens wird die Arbeit von zwei Gutachtern geprüft. Auf dieser Grundlage entscheidet dann die Prüfungskommission über die Annahme der Arbeit.
  5. Der letzte schwierige Schritt ist die Verteidigung der Arbeit. Hier musst du dich einem wissenschaftlichen Gespräch über den Inhalt deiner Arbeit stellen.
  6. Deine Arbeit unterliegt der Veröffentlichungspflicht, muss also gedruckt werden. Einige Belegexemplare müssen bei der Fakultät eingereicht werden.
  7. Jetzt folgt der krönende Abschluss: dir wird deine Promotionsurkunde überreicht. Ab jetzt darfst du dich Herr oder auch Frau Dr. nennen. Du hast das geschafft!

Finanzierung oder das liebe Geld

Grundsätzlich bestehen vier Möglichkeiten eine Promotion zu finanzieren:

  1. Der klassische Weg besteht darin, an der Universität, wo promoviert wird, ein Beschäftigungsverhältnis zu haben. In dem Fall ist deine Promotion ein Teil deiner Tätigkeit, darüber hinaus übernimmst du aber noch andere Aufgaben, wie beispielsweise Lehrveranstaltungen, Betreuung von Studenten oder ähnliches. Ein ganz wesentlicher Vorteil ist, dass du in dem wissenschaftlichen Alltag eingebunden bist, anders gesagt „nah dran“ an der Forschung.
  2.  Ein weiterer Weg ist die Finanzierung über ein Unternehmen, das Interesse an deinen Forschungsergebnissen hat. Idealerweise bist du schlicht Angestellter des Unternehmens, hier ist die Promotion ein Bestandteil deiner Tätigkeit, in vielen Fällen übernimmst du im Unternehmen aber auch noch andere Aufgaben. Gelegentlich vergeben Unternehmen auch einmalige Zuschüsse, die Modelle hierfür sind sehr unterschiedlich. Ob und wenn ja was da in Frage kommt, kann nur im Einzelfall geklärt werden.
  3.  Die sicherlich elegante Methode der Finanzierung ist ein Stipendium. Hier kannst du dich - einer entsprechenden Höhe der finanziellen Zuwendung vorausgesetzt - ganz deiner Forschung widmen. Stipendien werden von einer ganzen Reihe verschiedener Institutionen vergeben, näheres weiß mit hoher Wahrscheinlichkeit dein betreuender Professor. (Am besten sich aber nach den Möglichkeiten im Voraus erkundigen.)
  4. Die steinigste Variante ist eine Promotion neben einer regulären Berufstätigkeit. Bevor du dich dafür entscheidest, solltest du dich kritisch fragen, ob dein Job dir die nötigen zeitlichen Kapazitäten (Teilzeit ist definitiv eine bessere Option als Vollzeit) und dir auch die nötige Planungssicherheit anbietet. Sei dich darüber im Klaren, dass eine Promotion kein Hobby ist, sondern ein ernsthaftes, zeitaufwendiges und auch anspruchsvolles Projekt.

Die genauen Möglichkeiten musst du in jedem Fall sorgfältig und rechtzeitig klären. Eine solide und dauerhafte Finanzierung ist ein wesentlicher Faktor für das Gelingen des Projektes Promotion. Dieser Text bietet natürlich nur ein Überblick an. Eine sehr gute Möglichkeit sich weiter zu informieren, ist der Austausch mit Personen, die sich bereits in der Promotion befinden oder sie kürzlich abgeschlossen haben.