Reflexion schreiben – so geht es!


Schöne lächelnde asiatische Frau entspannt sich mit Laptop-Technologie, während sie auf ihren Schreibtischen sitzt
Inhaltsverzeichnis
  1. Reflexion schreiben – so geht es!
  2. Was ist eine Reflexion?
  3. Ziele einer Reflexion
  4. In 3 Schritten eine Reflexion schreiben
  5. Einleitungssatz und Einleitung
  6. Hauptteil
  7. Schluss und Schlusssatz
  8. Reflexion schreiben – die Formalia auf einen Blick
  9. Reflexion: Aufbau
  10. Einleitungssatz
  11. Einleitung
  12. Hauptteil
  13. Schluss
  14. Schlusssatz
  15. Fazit

Als Referendar, Schüler oder Student im Studium wird eventuell von dir für eine Gruppenarbeit, ein Seminar oder Praktikum eine schriftliche Reflexion verlangt. Für den Fall, dass du dir selbst öfters einige Fragen stellst, kannst du deine Gedanken in einer Selbstreflexion festhalten.
 

Was ist eine Reflexion?

Der Begriff „Reflexion” bezieht sich auf das lateinische „reflexio”, was „zurückbeugen”, „zurückwerfen” oder „widerspiegeln” bedeutet. Sehr bekannt ist das Wort aus der Physik, eher selten aus dem Bereich der Bildung. Dort beschreibt man damit Gedanken oder Gefühle über eine bestimmte Tatsache, ein Thema oder konkrete Erlebnisse.

In der Form, dass bei Personen noch einmal eine Auseinandersetzung mit einem bestimmten Ereignis stattfindet, lernen sie die unter Umständen kritischen Situationen zu verstehen und Erkenntnisse daraus zu ziehen. Zum Beispiel reflektieren Referendare gerne ihre Unterrichte, um hilfreiche Informationen zum Nachdenken zu bekommen.
 

Ziele einer Reflexion

Durch eine Reflexion begehst du in einer bestimmten Situation denselben Fehler nicht noch einmal. Du hast gelernt dein eigenes Verhalten zu analysieren, dich besser zu verstehen und für die Zukunft positive Lösungen zu finden. Diese Ziele sollen erreicht werden:
 
  • lösungsorientiertes Denken
  • Selbsterkenntnis
  • Die Fähigkeit, Dinge zu hinterfragen
  • Gefühle und Gedanken aussprechen
  • Entscheidungsfreudigkeit
  • strukturiert und analytisch zu denken
  • Verhalten anderer akzeptieren
  • im Unterricht: Unterrichtsstoffe verstehen, Förderung der Lernprozesse durch Nach- und Aufarbeitung

  • In 3 Schritten eine Reflexion schreiben

    Nach diesem Schema sollte grundsätzlich eine Reflexion grob strukturiert sein:
     

    Einleitungssatz und Einleitung

    Dort findet der Leser auf einen Blick wichtige Daten wie Datum, Ort, Beteiligte oder die Benennung der Situation. Biete eine Zusammenfassung der Situation, z.B. mit Ergänzungen des Einleitungssatzes, wichtigen Informationen, dem Vorstellen des Projekts oder einer Erläuterung der Ziele.
     

    Hauptteil

    Reflektiere die Situation und setze dich mit den Gefühlen auseinander. Begründe Entscheidungen, eigenes und fremdes Verhalten, beschreibe, ob Erwartungen erfüllt wurden oder zeige erreichte und nicht erreichte Ziele auf.
     

    Schluss und Schlusssatz

    In diesem Teil bewertest du die Situation, machst Verbesserungsvorschläge und setzt dich kritisch mit deinen Fähigkeiten und Schwierigkeiten auseinander. Gebe einen Ausblick in die Zukunft, zeige wichtige Erkenntnisse der Reflexion und ihre Bedeutung auf.
     

    Reflexion schreiben – die Formalia auf einen Blick

    In der Regel umfassen Reflexionen vier bis sechs Seiten. Auf das obligatorische Deckblatt gehören deine eigenen Daten, Angaben zur Lernerfahrung und deiner Hochschule in den Schriftgrößen 11 oder 12 mit 1,5-fachem Zeilenabstand. Orientiere dich an dieser Struktur:
     
  • Einleitungssatz
  • Einleitung
  • Hauptteil
  • Schluss
  • Schlusssatz

  • Reflexion: Aufbau


    Einleitungssatz

    Im Einleitungssatz erwähnst du wichtige Informationen wie Datum, Zeitraum deiner Reflexion, Beteiligte und eine kurze Angabe der Situation oder des Projekts.

    Beispielformulierung: Diese Reflexion beschreibt eine Gruppenarbeit im Deutschunterricht der Klasse 10a. Die Vierergruppe soll das Gedicht “Die blaue Blume” (1818) von Joseph von Eichendorff analysieren.

    Einleitung

    Unter der Angabe wichtiger Informationen beschreibst du eine Situation, ein Projekt, ein beliebiges Thema, deine Ziele und begründest deine Reflexion.

    Beispielformulierung: Unser Klassenlehrer, Herr Schmand, gab uns Dreien ein Arbeitsblatt mit dem Gedicht „Der freche Wurm“ von Theodor Kretzschmar, das wir analysieren und diskutieren sollten. Was ist zum Inhalt zu sagen, welche rhetorischen Mitteln werden verwendet und aus welcher Epoche stammt das Gedicht? Wir sollen unsere Ansichten begründen, Notizen anfertigen später unsere Ergebnisse der Klasse präsentieren. Es stellt sich heraus, dass sich durch eine Gruppenarbeit schnell viele Ergebnisse erzielen lassen, was ohne Teamarbeit nicht funktioniert.

    Hauptteil

    Du beschreibst deine persönliche Einschätzung, zeigst Gefühle und begründest deine Entscheidungen. Konnte dein Ziel oder die Erwartungen erreicht werden?

    Beispielformulierung: Die Mitschüler besprachen bereits das Gedicht, während ein Schüler noch las. Leider bekam er viele Wortmeldungen gar nicht mit. Beim nächsten Mal sollte jeder für sich das Gedicht lesen, nachdenken, Notizen anfertigen und erst später der Austausch stattfinden. Die Erfahrungen zeigen, dass jeder für sich ein Arbeitsblatt haben sollte. Auf diese Art haben wir aber gelernt, aufeinander Rücksicht zu nehmen und uns abzuwechseln.

    Schluss

    Du nimmst eine abschließende Bewertung vor und machst Verbesserungsvorschläge. Zeige deine Fähigkeiten mit den positiven Aspekten auf, aber nenne auch Schwächen. Diese Leitfrage könnte sich ergeben: “Was lernte ich durch die Reflexion aus der Situation?“

    Beispielformulierung: Insgesamt muss die Gruppenarbeit positiv gesehen werden, weil schnell und effektiv gearbeitet wurde. Grundsätzlich müssen wir mehr Rücksicht aufeinander nehmen. Ein Arbeitsblatt für jeden wäre besser als zu üben, wie wir nur einem Blatt zurechtkommen.

    Schlusssatz

    Im Schlusssatz hebst du noch einmal deine wichtigste Erkenntnis hervor und richtest den Fokus positiv in Richtung Zukunft. Selbstverständlich lassen sich hier auch noch zwei oder drei Sätze unterbringen, wenn du es für erforderlich hältst.

    Beispielformulierung: Zukünftig werde ich besser auf meine Gruppenmitglieder achten. Darüber hinaus habe ich bemerkt, dass mir das Lernen mit Teamarbeit mehr Freude bereitet als alleine. Es spielt auch keine Rolle, ob ich mit meinen Freunden in einer Gruppe zusammen bin oder mit anderen, eher unbekannten Mitschülern.

    Fazit

    Ein Fazit enthält die wichtigsten Erkenntnisse deiner Arbeit. Einer Reflexion enthält unter anderem eine Analyse zu den Ergebnissen der Bearbeitung des Themas. Versteife dich nicht zu sehr auf deine eigene Meinung oder deine Erlebnisse, sondern gebe einen Überblick über die wichtigsten Aspekte. Trenne auf jeden Fall deine Gefühle sauber und akkurat von fachlichen Erkenntnissen und Erfahrungen.