Transkriptionsregeln - schnell und einfach erklärt!


Transkriptionsregeln - schnell und einfach erklärt!

Eine wissenschaftliche Arbeit wurde erstellt. Dieser Arbeit ist ein Interview beigefügt. Dieses Interview muss nach einer bestimmten Systematik aufgebaut sein. Es muss sich an gewisse Transkriptionsregeln halten. Denn eine gute Lesbarkeit des Transkripts muss sichergestellt sein. Erst mit einer Transkription wird es möglich, dass ein Interview entsprechend dargestellt wird. Bei der Verschriftlichung eines Interwies kommen Transkriptionsregeln zur Anwendung. Diese Regeln stehen immer in einem engen Zusammenhang mit der jeweiligen Forschungsfrage. Der Inhalt des Interviews rückt dabei in den Vordergrund. Es muss in schriftlicher Form wiedergegeben werden.


Was sind Trankriptionsregeln?

Die Verschriftlichung gesprochener Aufzeichnungen, die  auf einem Interview beruhen, werden auch Transkribieren genannt. Wer ein Interview im Rahmen der eigenen Forschungsarbeit erstellt hat, muss dieses transkribieren lassen, damit es in Folge ausgewertet werden kann.

Einfach erklärt: Hierbei geht es um die Übertragung von der Sprache in den Text. Das Gesprochene muss abgetippt werden. Aber ganz so einfach ist es nicht, denn wer ein Interview transkribieren will, der muss sich an bestimmte Regeln halten. Auch wenn die Audiodatei des Interviews ein relativ kurzes ist, dann ist das geschriebene Interview viel länger. Erfahrungswerte sagen, es ist fünf- bis zehnmal länger.

Die  Bachelor- oder Masterarbeit ist fertiggestellt. Freude stellt sich ein! Aber was ist mit dem Interview? Dieses darf nicht einfach mit der Audioaufnahme beigefügt sein. Nein - es kommt Arbeit dazu! Die Audioaufnahme des Interviews darf nun schriftlich erstellt werden. Dennoch zahlt es sich aus, der Arbeit das passende Interview zukommen zu lassen, denn somit wird die Arbeit transparenter. Es steigt die Qualität der Arbeit an.
 

Die wichtigsten Transkriptionsregeln im Überblick

Laut diesen Regeln funktioniert nicht nur die nonverbale Kommunikation, sondern auch das Transkribieren.

  • Ein passender Zeitplan
  • Ein gut aufbereitetes Interview
  • Eine systematische Arbeitsweise
  • Die passende Art der Transkription
  • Auf die richtige Transkriptionssoftware setzen

  • Der Zeitrahmen muss stimmig sein

    Wie bereits oben vermerkt, kostet die Transkription Zeit. Denn auch wenn die Audio- oder Videodatei eine kurze ist. Das Geschriebene wird fünf- bis zehnmal so lange. Wer ein Interview von einer Stunde hat, der muss mit einer Transkription-Dauer von 10 Stunden rechnen. Also muss ein ausreichender zeitlicher Rahmen gegeben sein. Es macht Sinn, die Arbeit des Transkribierens immer unmittelbar nach dem Interview vorzunehmen, denn somit ist das Gespräch noch im Kopf gespeichert und gut abrufbar.
     

    Ein gut aufbereitetes Interview

    Werden die Fragen des Interviews gut aufbereitet, gestaltet sich das Transkribieren im Anschluss leichter. Ein gutes Interview spart Zeit und Energie. Darum dürfen die Fragen für dieses Interview bereits mit Sorgfalt ausgewählt werden. Vorab darf überlegt werden, welche Fragen werden in das Interview aufgenommen und welche sind überflüssig? Die Fragestellung darf immer präzise sein.
     

    Gerade beim Transkribieren ist eine systematische Arbeitsweise entscheidend

    Orientierungspunkte im Text sind dabei sehr hilfreich. Gerne werden Zeitstempel gesetzt. Die auch besser unter dem Namen Time-Code bekannt sind. Ein Time-Code setzt sich aus Stunde, Minute und Sekunde zusammen. Zudem macht es Sinn den Interviewer mit einem „I“ zu kennzeichnen, den Befragten mit einem „B“, falls es weitere Beteiligte gibt, bekommen diese auch ein entsprechendes Kürzel gesetzt. Bei der Arbeit darf immer wieder ein Wechsel zwischen Interviewführung und Transkription entstehen, damit ist ein schnelleres Vorankommen sichergestellt.
     

    Die passende Art der Transkription wählen

    Dafür gibt es drei unterschiedliche Varianten:

  • Die vereinfachte Transkription: Sie wird wörtlich transkribiert. Wortgenau wird ein vorhandener Dialekt ins Hochdeutsche übertragen
  • Die lautsprachliche Transkription: Dabei wird auf die Genauigkeit des Gesprochenen abgezielt. Äußerungen werden hervorgehoben. Die lautsprachliche Kennzeichnung und der Dialekt bleiben dabei erhalten.
  • Die zusammenfassende Transkription: Bei  Bachelor- oder Masterarbeiten findet sie nur selten statt. Diese Variante wird vorrangig bei Meetings und Diskussionen verwendet. Denn die zusammenfassende Transkription ist nur eine Zusammenfassung des Interviews.

  • Auf die richtige Transkriptionssoftware setzen

    Es gibt kostenlose Transkriptionssoftwares, damit gelingt das Abtippen des Interviews viel schneller. Die 2 häufigsten Programme:

  • Express Scribe: Dabei gibt es eine kostenlose Basis-Version.
  • Otransribe: Kostenfreie HTML5 App auf Englisch
  • Als Extra - Speechmatics: Es ist ein Spracherkennungsprogramm, das für alle gedacht ist, die sich das Abtippen ersparen möchten. Spechmatics erkennt mehrere Sprachen und ist besonders im Englischen gut anwendbar.

  • Einfache Transkriptionsregeln nach  dem Transkriptionssystem Dresing & Pehl

    Wenn es vorrangig um den Inhalt des Gesagten geht, dann ist dieses einfach anzuwendende Transkriptionssystem für viele die erste Wahl. Ein Feintramskript ist somit schnell erstellt. Denn die Vorteile vom System nach Dresing & Pehl liegen klar auf der Hand.

  • Es ist auf einfache und leicht verständliche Transkriptionsregeln aufgebaut
  • Die wörtliche Transkription steht im Vordergrund
  • Der Dialekt wird automatisch ins Hochdeutsch übersetzt
  • Es werden Fehler in der Grammatik transkribiert
  • Die Lesbarkeit wird aufgewertet, indem Interpunktionen gesetzt werden
  • Sprachpausen werden entsprechend markiert
  • Passagen, die nicht zu verstehen sind, werden automatisch gekennzeichnet
  • Ein Absatz folgt nach dem Beitrag eines Sprechers
  • Jeder Absatz beinhaltet einen Time-Code mit dem Format #Stunden:Minuten:Sekunden-Zehntelsekunden#
  • Interviewer und befragte Person werden automatisch entsprechend gekennzeichnet

  • 5 Tipps für das Transkribieren in deiner Arbeit

     

    Das Interview persönlich führen

    Viele lassen den Befragten das Interview per Mail zukommen. Viel besser ist es natürlich, wenn das Interview persönlich geführt wird. Eine persönliche Begegnung schafft Vertrauen und so wird der Befragte bereit sein, mehr von sich preiszugeben. Wenn der Befragte zu weit weg ist, macht es Sinn, das Interview per Telefon zu führen und dieses Telefongespräch aufzunehmen.
     

    Auf ein gutes Aufnahmegerät vertrauen

    Wer ein Interview führt, der sollte auf ein gutes Aufnahmegerät achten. Dafür gibt es bereits entsprechende Apps, die auf das Handy geladen werden. Vorab sollte die App aber ausprobiert und sich mit ihrer Funktion vertraut gemacht werden. Wer es lieber klassisch wünscht, der hat das altbewährte Diktiergerät bei sich.
     

    Auch auf außersprachliche Elemente achten

    Tonfall, Lautstärke der Stimme, Mimik und Gestik, auf all diese Faktoren darf aufgebaut werden. Auch der Dialekt ist ein wichtiger Teil im Interview. Klarerweise kommt es immer ganz auf den jeweiligen Forschungsbereich an, wie weit diesen außersprachlichen Elementen Beachtung geschenkt wird. Es ist wichtig, sich dabei von seinem persönlichen Instinkt leiten zu lassen. Dieser bestimmt, welche außersprachlichen Elemente in das Interview aufgenommen werden.


    Diese wichtigen Daten sollte jedes Interview aufweisen

    Zu diesen Daten gehören der Name des Befragten sowie der Name des Interviewers. Ort, Datum, Zeit und Dauer des Interviews. Darüber hinaus spricht es für sich, dass die Hochschule bzw. die Fakultät benannt wird.
     

    Der passende Fragenkatalog bei der Hand

    Anhand eines solchen Katalogs werden präzise Fragen gestellt. Auf diese Fragen dürfen auch genaue Antworten erwartet werden. Denn somit gestaltet sich das Transkribieren einfach.